Was man wissen muss

Speläologie

Mit den unterirdischen Hohlräumen der Erde werden Begriffe wie unbekannt, mystisch, gefährlich und anspruchsvoll in Verbindung gebracht. So wundert es nicht, dass sich eine sehr spezifische Tätigkeit des Menschen, die Speläologie, mit der Erforschung von Höhlen, Grotten, Schlucklöchern und anderen unterirdischen Karstphänomenen befasst. Die ausgesprochene Komplexität der Höhlenobjekte erfordert besondere Techniken und Fachwissen der Höhlenforscherteams, deren Aktivitäten in den tiefen Grotten und komplizierten Höhlenanlagen als eine Art unterirdischer Alpinismus beschrieben werden könnte.

 

Der Mensch mag den Anschein eines kraftvollen Wesens erwecken, doch sein Organismus kann schon auf der Erdoberfläche nur schwer über längere Zeit hinweg ohne entsprechende Kleidung und Schuhwerk überleben, und noch schwieriger wäre es in den kalten und dunklen Räumen der Höhlenobjekte. Deswegen haben die Speläologen eine spezielle Ausrüstung, die je nach Beschaffenheit und Dauer des Aufenthalts in den Höhlen verschieden ausfällt. Zur Grundausstattung des Speläologen gehört eine Lampe, und die Kleidung muss ausreichend strapazierfähig, warm und wasserdicht sein, gleichzeitig aber auch leicht, damit sie die Fortbewegung nicht behindert, vor allem das Kriechen, das Hindurchzwängen, Klettern usw. Zur Begehung senkrechter Schächte kommt ein spezielles, hochbelastbares Statikseil (Speleo-Seil) zum Einsatz, ein spezieller, geprüfter Höhlensitzgurt sowie eine ganze Reihe an Ausrüstungsgegenständen, Karabinerhaken, Schlingen, kürzeren Seilen, Klemmen usw. Oft müssen auch Wasserhindernisse überwunden werden; dazu verwendet man Schlauchboote, und wo der Gang völlig unter Wasser liegt, auch Tauchausrüstung. Das Tauchen in Höhlenobjekten (Höhlentauchen) gehört zu den gefährlichsten Aktivitäten des Menschen.

Bojan Haron Markičević

Was man wissen muss

Vielleicht fragen Sie sich, wie man in diesen dunklen unterirdischen Räumen atmen kann? Ist überhaupt genug Sauerstoff vorhanden? Keine Sorge, die Luftzusammensetzung ist dieselbe wie an der Erdoberfläche, sodass man während des Aufenthalts im Keller der Erde keine Druckluftflaschen braucht. Ganz im Gegenteil, Untersuchungen haben gezeigt, dass sich das Einatmen von Höhlenluft positiv auf die Gesundheit des Menschen auswirkt.

Obwohl die Bedingungen unter der Erde recht unwirtlich sind, bilden die Höhlen und Grotten einen Lebensraum für eine spezifische Tierwelt; die Tiere leben ständig in der Höhle, besuchen sie zeitweilig oder sind rein zufällig in das Höhlenobjekt hineingefallen. Und wieder gibt es keinen Grund zu großer Sorge, denn gefährlich sind diese Tiere nicht. Die einzige, aber wirklich seltene Gefahr geht von zufällig hineingefallenen Giftschlangen im Einstiegsbereich der Grotten aus.

 

Die verschiedenen unterirdischen Hohlräume und Formationen sind in erster Linie durch Wassereinwirkung in den Höhlenkanälen entstanden; auch heute noch fließt Wasser durch sie hindurch. Die unterirdische Welt des Karstes ist sehr reich an Hohlräumen und reagiert sehr schnell auf erhöhte Wassermengen an der Erdoberfläche, besonders bei starkem Regen und schneller Schneeschmelze. So können sich manche Kanäle sehr schnell mit Wasser füllen und damit zu einer Gefahr für Höhlenforscher werden.

 

Und wieder zum Glück der Touristen: in eingerichteten Schauhöhlen bestehen solche Gefahren nicht, weil meistens fossile Höhlen begehbar gemacht werden, die schon längere Zeit nicht mehr mit ihrem hydrologischen Ursprung verbunden sind. Andererseits stecken solche Höhlen voller interessanter Höhlendekorationen und –gebilden. Die Sicherheit der Besucher steht immer an erster Stelle, deshalb werden Höhlenbesichtigungen in Kroatien in den Monaten organisiert, wenn am wenigsten Wasser in den Höhlenobjekten vorhanden ist (meistens vom März bis zum November).

Vlado Butina
Zur Sicherheit Ihrer Höhlenbesichtigung gilt es Folgendes zu beachten:
  • Betreten Sie keine Höhlen, wenn es Ihnen Ihr Gesundheitszustand nicht zulässt.
  • Betreten Sie keine Höhlen oder Grotten ohne Begleitung eines Führers.
  • Folgen Sie den Anweisungen des Führers.
  • Bewegen Sie sich vorsichtig, denn der Boden ist meist nass und rutschig.
  • Halten Sie sich, falls notwendig, an dem Sicherheitshandlauf fest.
  • Tragen Sie geeignete Kleidung und Schuhwerk.
  • Nehmen Sie Wasser und Nahrung mit.
  • Überschreiten Sie nicht die maximale Zahl der Besucher, die sich gleichzeitig in der Höhle aufhalten dürfen.
Vlado Butina
Seien Sie sehr achtsam in den geheimnisvollen Höhlenwelten und bewahren Sie diese empfindlichen natürlichen Karstschönheiten:
  • Beschädigen oder entwenden Sie keine Tropfsteine, denn sie wachsen sehr langsam (im Durchschnitt 1 bis 2 mm pro Jahr).
  • Stören Sie die Höhlentiere nicht.
  • Werfen Sie keinen Abfall weg.
  • Verwenden Sie beim Fotografieren in der Höhle keinen Blitz.
  • Hinterlassen Sie in den Höhlen keine Graffitis oder Beschriftungen.